WirtschaftskalenderWas ist der Wirtschaftskalender?

Der Wirtschaftskalender zeigt für jeden Börsentag wichtige Ereignisse und Veröffentlichungen an, die massive Einflüsse auf die Kurse von Devisenpaaren oder Indices haben können. Diese Termine sind vor allem für Trader wichtig, die eher nach der Fundamentalanalsyse handeln als mit Indikatoren (technische Analyse).

 

Der Wirtschaftskalender wird Ihnen von Investing.com Deutschland, dem führenden Finanzportal, zur Verfügung gestellt.

 

Wie interpretieren Sie den Wirtschaftskalender?

Wichtig hierzu ist es zu wissen, dass die Geldpolitik einer Zentralbank einen sehr großen Einfluss auf die Währungs – und Aktienkurse hat.
Generell kann man sagen, dass sich das Kapital dort am wohlsten fühlt, wo es politisch stabile Verhältnisse und inflationsbereinigt hohe Zinsen vorfindet.
Schauen wir uns mal an, wie die unterschiedliche Geldpolitik zwischen den USA und der EU seit 2012 die Kurse von Dollar und Euro beeinflusst hat.

Euro zu Dollar

Inmitten der Eurokrise spricht Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am 26.07.2012 diese 3 magischen Worte:“ whatever it takes“.
Damit bringt er zum Ausdruck, dass die EZB alles in ihrer Macht stehende tun wird, um den Euro zu retten. Daraufhin beginnt die EZB mit weiteren Senkungen des Leitzinses. Das ist der Zinssatz, zu dem sich europäische Banken bei der EZB refinanzieren können. Der Zinssatz fällt von 0,75% in mehreren Schritten bis 2016 auf 0 %. Dieses Niveau gilt heute (24.03.2019) immer noch. Daneben wurden Staatsanleihen vornehmlich der sog. „Südlander“ Italien, Spanien, Portugal und Griechenland in großen Mengen aufgekauft. Das bedeutet, wer Ländern wie Spanien oder Italien Geld geliehen hat, brauchte keine Angst mehr zu haben, sein Geld nicht zurückzubekommen. Denn im Zweifel wird die EZB den Investoren die entsprechenden Staatsanleihen abkaufen.

Die USA hingegen hatten den tiefsten Stand beim Leitzins am 16.12.2008 mit einem Zinssatz von 0,25% erreicht. Danach stieg der Leitzins in den Jahren 2015 bis Ende 2018 bis auf einen Zinssatz von 2,25%.

Gemäß dem Grundsatz, dass sich das Kapital dort wohler fühlt, wo der Zins höher ist, führte dies zu einer unterschiedlichen Zinsentwicklung zwischen den USA und der EU. So hat sich der Eurokurs zum Dollar seit Januar 2014 von 1,3770 auf 1,1300 Ende März 2019 verbilligt. Das sind über 2.400 Pips. Anfang 2017 stand der Kurs zeitweise knapp vor der sog. Parität (=Gleichstand) bei 1,0340.

Wie können Sie den Wirtschaftskalender für Ihren Tradingerfolg nutzen?

Wer als Trader diese Zusammenhänge versteht, kann Leitzinsentscheidungen der Notenbanken zu seinem Vorteil nutzen. Mittelfristig können Sie hier hohe Kursgewinne realisieren. Daher ist es durchaus sinnvoll, sich am Sonntag Abend die wichtigen Termine der kommenden Woche zu notieren.

Neben den Zinsentscheiden der Notenbanken gibt es eine Reihe weiterer wichtiger Termine, die für ordentliche Kursbewegungen (Volatilität) sorgen.
Interessant sind immer die Beschäftigungszahlen ausserhalb der Landwirtschaft in den USA. Diese werden auch Non-Farm-Payrolls (NFP) genannt.
Der monatliche US-Arbeitsmarktbericht findet bei Tradern aufgrund der großen Bedeutung für die konjunkturelle Entwicklung große Beachtung. Aus dem Bericht geht hervor, wie viele Stellen neu geschaffen oder gestrichen wurden. Er wird regelmäßig jeden ersten Freitags des Monats um 14:30 Uhr MESZ veröffentlicht.

Übrigens, wenn Sie im Wirtschaftskalender auf eine beliebige Zeile klicken, öffnet sich ein Untermenü, aus dem Sie die Auswirkungen des Ereignisses auf die Währung oder die Aktienkurse entnehmen können.

Ich wünsche Ihnen erfolgreiche Trades.

Ihr
Investmentdoktor
Andreas Orth

 

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