fibonacci retracementsWie nutzt man die Fibonacci-Retracements?

Hat man als Trader einen Umkehrpunkt in einem bestehenden Trend identifiziert, stellt sich die Frage, wie weit die Korrektur gehen kann und welches Ziel man für den Take-Profit anpeilen sollte. Hierbei können die sog. “Fibonacci-Retracements” hilfreich sein. Der Mathematiker Leonardo Fibonacci entdeckte vor 800 Jahren eine Zahlenfolge, die häufig in der Natur vorkommt. Jede Fibonacci-Zahl ergibt sich aus der Summe der beiden vorangegangen Zahlen.

Es ergibt somit folgende Zahlenreihe: 0,1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144…

Interessant wird diese Zahlenfolge für Trader aber erst dadurch, dass

  • die Division einer Zahl durch die nachfolgende Zahl mit steigenden Werten ein Ergebnis nahe 0,618 ergibt.
  • die Division einer Zahl dieser Reihe durch die ihr vorangehende Zahl  einen Wert nahe 1,618 ergibt.
  • die Division einer Zahl der Reihe durch die um zwei Stellen nachfolgende Zahl einen Wert nahe 0,382 ergibt.

Aus diesen Verhältnissen der Zahlen zueinender ergeben sich Prozentwerte von 38,2%, 50% und 61,8%.

Nun möchte ich Sie nicht mit mathematischen Formeln langweilen, wer hier weiterführende Informationen spannend findet, wird u.a. bei Fibonacci-Folge fündig.

Welche Regeln bei den Fibonacci-Retracements kann man sich zu Nutze machen?

Als allgemein anerkannte Regel gilt: Die maximale Korrektur einer Bewegung sollte 61,8% nicht unterschreiten. Sollte dies geschehen, kann man von einer Trendumkehr des bisher vorherrschenden Trends ausgehen.

Reicht die Korrektur jedoch nur bis an 38,2%, kann man davon ausgehen, dass keine Trendwende vorliegt und der Trend seine bisherige Bewegung wieder aufnimmt. Sollte 38,2% nach unten gebrochen werden, kommt dem 50%-Retracement eine wichtige Rolle zu. Hier kann man versuchen, eine Postion aufzubauen, dies natürlich mit engem Stopp-Loss abgesichert.

Doch wie fast immer, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte……

 

Fibonacci-Retracements im Chart vonNeuseeland Dollar zu Kanadischem Dollar

So nutzen Sie das Fibonacci-Tool:

Bei dem oben gezeigten Währungspaar NZD/CAD zeichnet man das auf jedem Metatrader verfügbare Fibonacci-Tool vom letzten Tiefpunkt bis zum letzten Hochpunkt ein. Das massgebliche Tief liegt hier am 08.10.2018 bei einem Kurs von 0,8320. Der Hochpunkt wurde am 05.12.2018 bei 0,9250 erreicht.

Und nun schauen Sie sich einfach mal an, was am 38,3-er Retracement passiert ist. Der Kurs lief punktgenau an diese Linie und nahm seinen vorherigen Aufwärtstrend wieder auf. Das alte Hoch wurde am 24.03.2019 wieder erreicht. Verblüffend, oder?

In Kombination mit dem RSI ist hier die Wahrscheinlichkeit hoch, die nächste Bewegung zu erkennen. Da wir uns gerade wieder am Höchstkurs von Dezember 2018 befinden, gibt es wie immer bei Kursen zwei Möglichkeiten: Der Kurs steigt oder er fällt. Sollte der Kurs steigen, kann man das Fibonacci Tool zunächst erst einmal löschen, da es nicht mehr relevant ist und man den nächsten Umkehrpunkt identifizieren muss.

Sollte der Kurs jedoch fallen, behält man das 38,3-er Retracement im Auge und schaut, was an diesem Level passiert. Geht es eine Etage tiefer, wird vermutlich auch das 50-er Retracement angelaufen. Dieses Spiel setzt man an jedem Level fort.

Alles in allem ist das Fibonacci-Tool in Verbindung mit anderen Indikatoren sehr hilfreich, wenn Sie Ziele einer Gegenbewegung ermitteln möchten.

Aber denken Sie immer daran, einen Stopp-Loss zu setzen und damit Ihr Handelskapital zu schützen.

Ich wünsche Ihnen erfolgreiche Trades !

Ihr
Investmentdoktor
Andreas Orth

 

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